Informationen zur Todesursache der zwei Eisbären-Jungtiere vom 6. Dezember 2018 im Zoo am Meer Bremerhaven

Am 6. Dezember 2018 kamen zwei Eisbären-Jungtiere im Zoo am Meer zur Welt. Das erste, männliche Jungtier, das um 14.32 Uhr geboren wurde, verhielt sich ganz normal. Es schrie, krabbelte auf der Brust von Eisbären-Mutter Valeska und suchte die Zitzen. Um 20.40 Uhr kam das zweite Jungtier unter sehr starken Drehungen (Wehen) der Bärin zur Welt. Es wurde offensichtlich tot geboren. Nach diesem Geburtsvorgang wurde auch das erstgeborene Jungtier nicht mehr lebend gesehen.

Die an der Tierärztlichen Hochschule durchgeführten Untersuchungen ergaben bei dem männlichen Jungtier mehrfache Verletzungen im Bereich des Kopfes und der Schultern. Diese sind vermutlich dadurch entstanden, dass Valeska das erste Jungtier während der Geburt des zweiten Jungtieres und der damit verbundenen Aufregung, versehentlich getreten haben muss. Die dabei entstanden Hirnblutungen führten letztendlich zum Tod.

Auch bei dem weiblichen Jungtier wurden hochgradige Einblutungen im Bereich der Kopfhaut und der Vordergliedmaße festgestellt. Diese Formen der Verletzungen zeigen sich häufig, wenn der normale Geburtsvorgang gestört ist. Damit die Geburt normal ablaufen kann, ist es zwingend notwendig, dass sich das Neugeborene in der richtigen Position befindet. Kommt es hierbei schon zu kleinen Abweichungen, kann der Fötus sich im Geburtskanal, vor allem im Becken als Engstelle, verkanten. Da die Wehentätigkeit der Mutter erhalten bleibt, kann es durch den Druck zu Verletzungen bei dem verkanteten Fötus kommen. Kommt es dabei zu einem Riss oder Quetschung der Nabelschnur, verstirbt der Fötus noch im Geburtskanal durch die Sauerstoffunterversorgung an Herz-Kreislaufversagen. Solche Lage- und Stellungsanomalien kommen bei allen Säugetieren einschließlich des Menschen immer mal wieder vor. In Valeskas Fall löste sich das Problem von selbst, leider mit der Konsequenz, dass es zu den Verletzungen bei dem Fötus und dem wahrscheinlich vorzeitigen Riss der Nabelschnur kam.

Hätte sich die Geburt des zweiten Jungtieres um mehr als 12 Stunden verzögert oder hätte sich der Gesundheitszustand von Valeska rapide verschlechtert, wäre ein Notkaiserschnitt die einzige Alternative gewesen.

Insgesamt betrachtet sind beide Todesfälle durch eine Verkettung unglücklicher und nicht vorhersehbarer Umstände zu erklären.

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