Der Zoo am Meer ist 130. Mitglied der Initiative Transparente Tierversuche

Tierversuche sind ein kontrovers und oft auch emotional diskutiertes Thema. Deshalb sind transparente Informationen über die wissenschaftliche Arbeit und der offene, dialogbereite Austausch über die Forschung, ebenso wie die ethische Verantwortung, besonders wichtig.

Die Arbeit mit Tieren in der Forschung stellt besondere Ansprüche an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie an alle Personen, die am Umgang mit diesen Tieren beteiligt sind. Dementsprechend gebührt der Frage der Vertretbarkeit von Tierversuchen in der Forschung eine hohe gesellschaftliche Aufmerksamkeit.

Das Tierschutzgesetz gibt vor, wann Tierversuche durchgeführt werden dürfen und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Tierversuche dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn sie zur Beantwortung einer wissenschaftlichen Fragestellung unerlässlich und vertretbar sind. Sofern es zuverlässige Alternativmethoden gibt, beispielsweise die Verwendung von Zellkulturen statt lebender Tiere, so müssen diese angewendet werden. Auch wenn fortlaufend neue Alternativmethoden entwickelt und viele Tierversuche so ersetzt werden können, lassen sich trotzdem nicht alle Fragestellungen ohne Tierversuche beantworten.

Dabei bedeutet ein Tierversuch nicht zwingend, dass hierbei schwere Eingriffe an einem Tier vorgenommen werden oder es dadurch starke Schmerzen, Schäden oder Leiden erfährt. Ein Tierversuch kann zum Beispiel die Besenderung von Tieren sein, um mehr über ihre Wanderbewegungen und Lebensgewohnheiten zu erfahren. Beides sind Informationen, die insbesondere im Natur- und Artenschutz unerlässlich sind, beispielsweise bei der Ausweisung von Schutzgebieten. Dabei kann es sinnvoll sein, neue Sendertypen erst einmal an Tieren in einem Zoo zu testen, da hier das Verhalten der Tiere nach der Besenderung durchgängig beobachtet werden und der Sender bei Bedarf kurzfristig wieder entfernt werden kann. Bei Wildtieren ist dies nur selten möglich. Ein anderes Beispiel für einen Tierversuch kann das Zupfen einer einzelnen kleinen Feder bei einem Vogel sein, wodurch sich überprüfen lässt, ob das Tier dauerhaftem Stress ausgesetzt ist. Dies lässt sich über das während des Federwachstums eingelagerte Hormon Corticosteron bestimmen. Diese Information ist für die Verbesserung von Haltungsbedingungen sehr wertvoll, sodass Tierversuche auch dem Tierwohl und dem Tierschutz dienen können.

Um seiner Verantwortung als Forschungs- und Wissenschaftsstandort nachzukommen und um sich für Transparenz über Tierversuche einzusetzen, ist der Zoo am Meer jetzt als fünfter Zoo insgesamt der Initiative Transparente Tierversuche beigetreten.

Kernziele aller Unterzeichnenden:

  • Transparent informieren
  • Den öffentlichen Dialog mitgestalten
  • Erfahrungen austauschen
  • Aktivitäten bekannt machen

Weitere Informationen:

https://www.initiative-transparente-tierversuche.de
https://www.tierversuche-verstehen.de
https://www.dfg.de/de/ueber-uns/gremien/senat/tierexperimentelle-forschung
https://www.bfr.bund.de/ueber-uns/einrichtungen-am-bfr/deutsches-zentrum-zum-schutz-von-versuchstieren-bf3r