Die Geschichte des Neubaus

Historie Zoo am Meer

Die Städtische Grundstücksgesellschaft, eine Tochter der im Eigentum der Stadt Bremerhaven befindlichen Städtischen Wohnungsgesellschaft, erwarb den Zoo mit Grundstück im Jahre 1999 und gründete die Zoo am Meer Bremerhaven GmbH, die den Betrieb des Zoos übernahm. Bauherr für den neuen Zoo war die Städtische Grundstücks-gesellschaft.

Der Senat der Freien Hansestadt Bremen und der Magistrat der Stadt Bremerhaven waren sich einig, dass der Zoo als integraler Bestandteil des damals konzipierten „Ocean Parks“ geplant werden sollte. Der Zoo sollte aber bereits für sich alleine ein touristischer Anziehungspunkt sein, wenn das Projekt „Ocean Park“ sich zerschlagen sollte. So ist es dann auch gekommen. Aber dazwischen lagen arbeitsreiche, komplizierte, von Regen und Sturm beeinflusste, planerisch, organisatorisch und handwerklich anspruchsvolle Arbeitsjahre.

Das Architekturbüro Herwig, Jaenisch, Wittig und Partner aus Hannover wurde im Jahre 2000 beauftragt, die Zooplanung zu erarbeiten. Den Gremien der Stadt Bremerhaven wurde dieser Plan im Frühjahr 2000 vorgestellt. Die Bremerhavener Bevölkerung, als interessierte und treue Zoobesucher, wurde durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit in den Planungsprozess einbezogen. Dabei wurde deutlich, dass der eingeschlagene Weg von allen als richtig angesehen wurde. Nachdem für einige Tiere Zwischenunterkünfte errichtet waren, konnte im Januar 2001 mit den Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt begonnen werden.

Im November 2002 war es endlich soweit, die Schimpansen, Eisbären, Polarfüchse und Robben zogen in ihre neuen Gehege. Für die anderen Tiere gab es Übergangsquartiere und der zweite Bauabschnitt startet im März 2003. Am 27. März 2004 wurde der Zoo feierlich eröffnet. Nach 3 Jahren war das Werk vollendet. Das Ergebnis ist aus tiergärtnerischer, architektonischer und städtebaulicher Sicht sehenswert. Die geplanten Baukosten wurden trotz widriger Umstände gehalten. Die Finanzierung dieses für die touristische Entwicklung Bremerhavens so wichtigen Projekts wurde durch öffentliche Zuschüsse sichergestellt.

Das Architekturkonzept

Wir gehen heutzutage nicht mehr wie in früheren Zeiten in den Zoo, um uns exotische Tiere in Käfigen anzuschauen, sondern um ein ganzheitliches und sowohl unterhaltsames als auch informatives Freizeiterlebnis zu finden, das wir auch unseren Kindern mit gutem Gewissen zeigen können. Der Stadtparkbummel ist der Safaritour gewichen.

Auf dieser Erkenntnis basiert das Architekturkonzept des Zoo am Meer. Entsprechend schaut sich der Besucher nicht mehr Tiere in Bremerhaven an, sondern in Kanada, Feuerland, Spitzbergen oder Sibirien: in ihrem ursprünglichen Lebensraum. Um diese Illusion zu erzeugen, mussten die entsprechenden Landschaften naturgetreu nachgebaut werden. Zugleich soll der Besucher die komplizierte Wassertechnik und die aufwändigen zoologischen Servicebereiche nicht wahrnehmen.

Er sieht nur die Tiere, die in der gleichen Landschaft leben, die er selbst gerade durchschreitet. Zoologisch notwendige Absperrungen zwischen den Tieren oder zwischen Tieren und Menschen sollen unbemerkt bleiben, denn der Besucher, der ein Gehege als solches erkennt, wird über Tierhaltung und nicht über Tierverhalten nachdenken. Um den Eindruck von Tieren in freier Wildbahn zu erzeugen, werden die Tiere vor dem Hintergrund der offenen See präsentiert. So entsteht der Eindruck, sie könnten jederzeit dorthin davonschwimmen.

Die Einblicke in diese so geschaffenen Landschaften sind auf unterschiedlichen Ebenen möglich: vom Berg, aus der Ebene, dem Tal oder gar unter Wasser. Man schaut gewissermaßen in die Nordsee und zufälligerweise sieht man eine Robbe vorbeitauchen. Diese karge Felsenlandschaft bekommt auf der Seite, die der Stadt zugewandt ist, eine besondere Note. Hier haben die Menschen die vorgefundene Landschaft in der Art eines Bildhauers gestaltet: die Felsen geschliffen – Diamanten gleich veredelt und somit ein Zeichen gesetzt.

René E. Herwig
HJW + Partner
Architekten + Ingenieure

Der Spielplatz

Es ist für Kinder auch in einem Zoo wichtig, nach interessanten und spannenden Tierbeobachtungen, wieder ihrem Bewegungs- und Spieldrang nachkommen zu können.

Im Zoo am Meer ist der Spielbereich dem Themenschwerpunkt entsprechend ebenfalls maritim gestaltet.

An den vorhandenen Felsklippen zerschellt liegt ein zerbrochenes Schiffswrack, dessen Rumpfteile verstreut im „Wasser“ ruhen. Einzelteile wie Planken, Bretter und Masten sind für einen 2,50 m hohen Pfahlbau verwendet worden.

Das Heck liegt auf dem Kopf am Ende des Meerschweinchengeheges und beherbergt in seiner einen Hälfte den Stall der Tiere. Kinder, die sich im Innern dieses Raumes aufhalten, können die Tiere durch eine Glasscheibe hindurch beobachten.

Ein Mast ist umgestürzt und stellt die Verbindung zwischen Bug und einem weiteren Bestandteil des Schiffes her, der Brücke des Kapitäns.

Von hier aus geht es hinauf zum gläsernen Durchguck ins Kea-Gehege und über eine Wackelbrücke zum Baumhaus in 2,50 m Höhe.

Felsböschung, Aufgänge aus Netzen, Wackelbrücke, Stege und Podeste in ungeahnten Höhen, Free-Climbingwand, Tunnelrutsche und Felsböschungen bieten eine große Vielfalt an Anlässen zum phantasiegeladenen Bewegungs- und Rollenspiel.

Der gesamte Spielbereich ist nach europäischen Sicherheitsnormen gestaltetet.

www.spielraumconcept.de

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